Wie funktioniert die Sondenentwöhnung?







7 Gründe, Ihr Kind von der Ernährungssonde zu befreien







Die Auswahl eines Sondenentwöhnungsprogramms



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Die gastroösophageale Refluxkrankheit (englisch GERD, gastro-esophageal reflux disease) ist eine weitverbreitete Krankheit, an der bis zu 10% aller Kleinkinder leiden. Sie muss vom ganz normalen Reflux (GER) unterschieden werden, einer Unreife der Koordination des Öffnungsmuskels vor dem Magen, der im ersten Lebensjahr extrem häufig ist, keiner Behandlung bedarf und von selbst endet.

Bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit liegt eine Schwäche der Muskelklappe vor, die an der Verbindungsstelle von Speiseröhre und Magen liegt. Aufgrund dieser Schwäche kommt es zum Rückfließen (Reflux) von Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird normalerweise vor der 8. Lebenswoche bemerkt und äußert sich für gewöhnlich dadurch, dass das Kind, nachdem es gefüttert wurde, mühelos große Mengen an Milch erbricht. Sie kann auch mit Schwierigkeiten beim Füttern, mangelndem Gewichtszuwachs und Schmerzen verbunden sein. Wenn in die Speiseröhre zurückfließender Mageninhalt in die Luftröhre gelangt, kann das manchmal zu anhaltendem Husten, rezidivierenden Ohrenentzündungen, Atemstillstand, Würgen und sogar Lungenentzündung führen.

Schmerzen und Weinen treten häufig im Zusammenhang mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit auf.

Child with a feeding tube NoTubeDie gastroösophageale Refluxkrankheit tritt häufig bei Kindern auf, die als Frühgeborene zur Welt kamen, eine Hiatushernie haben, Operationen am Magen unterzogen wurden, Fälle von gastroösophagealer Refluxkrankheit in der Familie haben oder eine neuromuskuläre Beeinträchtigung haben. Bei älteren Kindern kann Adipositas ein mitbestimmender Faktor sein, sowie fettreiche, würzige oder säurehaltige Speisen.

Den meisten Kindern geht es besser, sobald sie das Alter von einem Jahr erreichen, weil dann die Muskelklappe stärker wird und die Kinder in diesem Alter viel mehr Zeit mit aufgerichtetem Oberkörper verbringen, doch in 10% der Krankheitsfälle bessert sich der Zustand nicht.

Der erste Behandlungsschritt bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit ist das Eindicken der Nahrung, entweder nimmt man dazu speziell dafür entwickelte Säuglingsnahrung oder mengt Getreidemehl bei, damit ein Zurückfließen des Mageninhalts erschwert wird. Möglicherweise wird Ihrem Kind auch ein Alginatpräparat verschrieben, wie etwa Gaviscon®. Alginate bilden in Verbindung mit der Magensäure eine Schicht aus zähflüssigem Schaum, die sich über den Mageninhalt legt und verringern so den Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre. Diese Präparate können der Babynahrung oder abgepumpter Muttermilch beigemengt werden. Wenn diese Maßnahmen zu keiner Verbesserung führen, gibt es Medikamente, die die Magensäureproduktion unterdrücken (H2-Blocker und Protonenpumpeninhibitoren) und schließlich die Möglichkeit einer Operation.

Zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit werden für gewöhnlich keine Ernährungssonden eingesetzt, aber es könnte sein, dass Ihnen Ihr Arzt eine Sonde empfiehlt, und zwar dann, wenn entweder die verabreichten Medikamente die Symptome nicht lindern oder wenn das Kind an einer Gedeihstörung leidet. Die Erkrankung an der gastroösophagealen Refluxkrankheit kann im späteren Krankheitsverlauf auch zur dauerhaften Nahrungsverweigerung führen und so eine Ernährungssonde notwendig machen, um eine ausreichende Ernährung zu gewährleisten.

Eine Ernährungssonde kann die Symptome der gastroösophagealen Refluxkrankheit lindern, weil die Nahrung über die Sonde langsam verabreicht wird und der Magen nicht so voll wird, jedoch führt es meistens zu mehr Reflux. Das Hauptziel der Sondenernährung ist es, das Kind mit genügend Nährstoffen zu versorgen, damit es wächst.

Die Sondenernährung hat einige Nachteile. Bei der NG-Sonde kann das Risiko der Aspiration, bei der Mageninhalt in die Lunge gerät, erhöht sein (obwohl sich die meisten Studien darüber vorwiegend auf Kleinkindern in der Intensivpflege beziehen und nicht auf aktive Kleinkinder) und jede Form der Sondenernährung kann Diarrhö, einen hohen Blutzuckerspiegel und einen hohen Phosphatspiegel im Blut verursachen. Auch besteht das Risiko eines verzögerten Übergangs zurück zur oralen Ernährung.

Marguerite Dunitz-Scheer