Die 3 Arten von Ernährungssonden & ihre unerwünschten Begleiterscheinungen








Die Auswahl eines Sondenentwöhnungsprogramms








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Erfahrung kann man nicht kaufen, sie ist im Gegenteil unbezahlbar. Zu diesem Schluss kommt eine australische Studie, die Entwöhnungsprogramme weltweit unter die Lupe nimmt.

 

Ernährungssonden und die lebenserhaltende Rolle, die sie für viele Kinder spielen, sind mittlerweile ein globales Phänomen. Ebenso weltweit sehen sich Eltern mit dem Problem konfrontiert, dass ihre Kinder zur gegebenen Zeit auch wieder von ihrer Sonde befreit werden müssen. An Programmen und Methoden mangelt es nicht. Doch welche Kriterien legen diese an? Und welche passen zum jeweiligen Kind?

Eine große australische Studie nahm sich nun unlängst auch dieser Fragen an und verglich sechs australische mit sechs renommierten internationalen Sondenentwöhnungs-Programmen (darunter NoTube und die Grazer Universitäts-Kinderklinik), und zwar nach Variablen, die auch für betroffene Eltern bei der Wahl eines entsprechenden Programms oder Orts als Grundlage dienen könnten. So wurden etwa die Kriterien einer Eignung zur Sondenentwöhnung oder die Dauer und das Setting des Entwöhnungsprogramms ebenso untersucht wie die Zusammensetzung und Größe der Teams, die das Programm durchführen.

Die Schlüsse, die sich aus diesem Vergleich ziehen lassen, stellen dabei gut und gerne so etwas wie eine Checklist dar, anhand derer sich die Qualität und Eignung eines Programms beurteilen lassen, könnten aber Punkt für Punkt auch auf einen zentralen Inhalt  reduziert werden, und zwar: Erfahrung.

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So hebt die Studie etwa die Bedeutung von Praxisrichtlinien hervor. Diese Leitlinien, ein Destillat aus allem, was in puncto Sondenentwöhnung gut funktioniert, sind in der Regel etwas, das entwickelt werden muss. Dies braucht Zeit. Gab es davon nicht genug oder fehlen diese Praxisrichtlinien ganz, so ist die Gefahr größer, dass probiert wird statt behandelt. (vier von sechs der Einrichtungen in Australien, wo Sondenentwöhnung eine sozusagen „neuere“ Disziplin ist, hatten zum Zeitpunkt der Erhebung beispielsweise noch keine Praxisrichtlinien).

Womit man bei jenen wäre, die diese Richtlinien entwickeln: dem medizinischen Fachpersonal, also den Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, die das Entwöhnungsprogramm leiten. Was diese betrifft, betont die Studie vor allem drei für die Effizienz der Sondenentwöhnung relevante Faktoren: die Anzahl jener, die das Programm leiten (sie sollte gering sein), deren Qualifikation (zusätzliche Ausbildungen sind von Vorteil), und die Möglichkeit mit jemandem aus diesem möglichst gut ausgebildeten Führungsteam zu kommunizieren  (am besten täglich).

So ist es aus mehreren Gründen von Vorteil, wenn nur wenige leitende Fachleute die Familien direkt betreuen; zum einen, weil es dem ganzen Programmablauf Kontinuität verleiht, Unklarheiten gut vermieden werden können und es den Programmverantwortlichen so gleichzeitig möglich ist, viel Erfahrung zu sammeln (und einzusetzen). Zum anderen erlaubt es den Familien aber auch, schneller Vertrauen zu jenen Menschen aufzubauen, die ihr Kind betreuen. Zumal wenn, wie die Studienautoren ebenfalls bemerken, ein häufiger Kontakt dieser verantwortlichen Ärzte und Psychologen mit den Eltern möglich und vorgesehen ist. Tägliche Gespräche mit vielleicht sogar psychologisch ausgebildeten Fachleuten dienen nämlich bei weitem nicht nur dem Klären von Fragen. Vielmehr beugt dieser Austausch Ängsten vor und stellt ganz allgemein einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Entwöhnung dar.

 

Wie handhabt NoTube diese Dinge? Lesen Sie hier.

 

(Quelle:): Gardiner A, Fuller D, Vuillermin P. Tube-weaning infants and Children: A survey of Australian and international Practice. Journal of Paedriatics and Child Health, 2014

Christof Huemer