Wie NoTubes Esstherapien finanziert werden können






Wählen Sie das passendste Sondenentwöhnungsprogramm für Ihr Kind







Wie funktioniert die Sondenentwöhnung?



Jetzt abonnieren!

Wir senden unsere neuesten Artikel & E-Books wöchentlich direkt an Ihren Posteingang.


Das Spieleessen (im Englischen: Play Picnic) ist eine Therapieform, die wir von NoTube erfunden haben. Die Idee dahinter ist, dass Kinder lernen, spielerisch mit Essen umzugehen. Das klingt einfach. Denn Kinder spielen bekanntlich mit allem, was sie finden. Sie bauen aus Baumästen Häuser, aus Stöckchen Autos und basteln aus Papier die wunderbarsten Sachen. Beim Essen ist es etwas anders. Denn mit Essen oder Nahrungsmitteln an sich soll nicht gespielt werden. Allerdings müssen sich Kinder, die nie gelernt haben, zu essen in irgend einer Form mit Essen auseinandersetzen. Eine Art, sich mit Nahrung auseinanderzusetzen, ist sie abzulehnen. Dies geschieht vor allem bei sondenernährten Kindern. Nahrung wird als Feind betrachtet. Sie nehmen die Nahrung in die Hand, führen sie aber nicht zum Mund. Sie lecken an etwas Essbarem, um Nahrung zu schmecken, können sie aber nicht essen. Sie nehmen Nahrung in den Mund, spucken Gekautes aber wieder aus. Letzteres geschieht vor allem bei großer Angst oder wenn die Kinder nicht schlucken können. Erst wenn die Angst und die Abneigung vor der Nahrung überwunden sind und die Kinder in der körperlichen Verfassung sind, schaffen die betroffenen Kinder es, etwas Essbares in den Mund zu nehmen. Sie haben dann Freude daran, Nahrung zu kauen, zu schmecken und zu schlucken.

Eating School NoTubeViele Kinder, die von NoTube betreut werden, haben nie gelernt zu essen. Sie waren entweder auf der Intensivstation, mussten operiert werden oder waren zu lange an der Ernährungssonde. Sie haben ihre Eltern essen gesehen. Sie haben manchmal Geschwister essen gesehen. Manchmal waren sie auch mit Gleichaltrigen in einer Kinderkrippe, einem Kindergarten oder in einer Schule und haben gesehen, dass andere Menschen essen. Nur sie selbst haben das nie gemacht.

Aus diesem Grund haben wir eine Brücke gesucht und gefunden, die die Beschäftigung mit Essen ermöglicht, ohne Angst zu machen: das Spieleessen war erfunden. Beim Spieleessen sollen die Kinder die Möglichkeit haben „Essen zu erleben“. Dazu müssen sie die Möglichkeit haben, in einem Raum ohne Zwang und ohne Druck Essen zu sehen, riechen, berühren und vielleicht manchmal zu kosten. Es geht um die Beschäftigung mit der Nahrung, nicht darum, tatsächlich etwas davon zu essen; nicht um Kalorienaufnahme und schon gar nicht um Nahrungsmengen.

Es ist lustig anzusehen, wie die Kinder kleckern, schmieren, überall Essen verteilen, es sich auf die Hände Eating School NoTube - child tube freeschmieren. So wie Kinder in der Sandkiste mit Sand spielen, gehen sie hier mit dem Essen um. Eltern, die das verstanden haben, können die Fortschritte ihrer Kinder genießen und haben dann Freude, wenn das Kind einmal
etwas Neues probiert, eine neue Handbewegung macht oder einfach Spaß hat. Verständlicherweise stehen manche Eltern unter großem Druck. In der Vergangenheit hat ihr Kinderfacharzt vielleicht auf die Gewichtszunahme hingewiesen, es wurden Perzentilenkurven verfolgt, die belegen sollen, dass das Kind zu wenig gedeiht. Vor allem wollen die Eltern, dass ihr Kind isst, damit es groß und stark wird.

Das Spieleessen als Therapieform versucht diesen Druck zu minimieren und hilft sowohl den Kindern, als auch den Eltern dabei, einen ungezwungenen Zugang zum Essen zu finden. Das Spieleessen sollte allerdings immer unter der Supervision von Experten und im Austausch mit anderen Kindern, die gleichzeitig als Rollenvorbilder fungieren, stattfinden. Daher eignet es sich auch nicht für Zuhause. Auch kann man kein Essen vorbereiten, ohne die Erwartung zu haben, dass dieses auch verspeist wird. Man kann nicht neben seinem Kind sitzen, wenn es an sich hungrig ist und essen sollte und dann mit ihm Brot zerkrümeln. Dazu hat man zu viel Druck in sich. Die „Krankheit“ Eltern zu sein hindert einen daran, so locker zu sein, wie man es gerne wäre, aber nicht ist. Daher: das Spielessen ist gut in einem therapeutischen Setting. Mit seinem Kind zuhause ein Spieleessen zu machen, führt aber oft zu einer Enttäuschung.

Peter Scheer