Wie funktioniert die Sondenentwöhnung?







Die 3 Arten von Ernährungssonden & ihre unerwünschten Begleiterscheinungen







8 Gründe, warum Eltern die Sondenernährung Ihrer Kinder fortsetzen



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Das „normale“ Kind
Das Essen zu erlernen ist in der kindlichen Entwicklung ein normaler Prozess. Dieser erfordert allgemeinen Menschenverstand und grundlegende elterliche Sensibilität; das Deuten von Signalen; den Entschluss zur oralen Nahrungsaufnahme und die Auseinandersetzung mit dem wachsenden Autonomie- und Selbstbewusstsein des Kindes.

Das „spezielle“ Kind
Bei Frühgeborenen, die unter körperlichen Anomalien leiden, die nach sofortigem chirurgischen Eingriff verlangen; oder die an einer anderen schweren Kinderkrankheit leiden, ist die Situation jedoch anders. Plötzlich verläuft der grundlegende Entwicklungsschritt des Essen Lernens, nicht in normalen Bahnen und häufig wird dem Baby oder Kind eine Ernährungssonde gelegt, in dessen Folge sich eine Sondenabhängigkeit entwickelt — ein Problem, das entsteht, wenn es keinen Plan zur Entwöhnung gibt.

Frühe Essverhaltensstörungen — „Mein Kind isst nicht!“
Es gibt drei Sondenarten, die letztendlich zu Sondenabhängigkeit führen können und die orale Nahrungaufnahme verhindern: die nasogastrische Sonde (NG-Sonde); die perkutane endoskopische Gastrostomie-Sonde (genannt: PEG-Sonde, G-Sonde oder MicKey-/Button-Sonde); und die jejunale Gastrostomie-Sonde (auch genannt: J-Sonde oder PEJ-Sonde).

  • Die nasogastrische Sonde:
    Die NG-Sonde wird normalerweise gelegt, wenn eine kurzzeitige enterale Ernährung gewährleistet werden soll, wie bei Frühgeborenen oder nach Herzoperationen. Das Legen der Sonde ist vergleichsweise einfach und kann von den Eltern erlernt werden. Dennoch sollte sie nicht länger als maximal 3 Monate verwendet werden.
  • Die PEG-Sonde:
    Die PEG-Sonde wird mit Hilfe eines Endoskops im Bauch angebracht. In den meisten Ländern übernimmt das ein Gastroenterologe, der auch die Sondennahrung verschreibt. Manchmal, wenn Reflux der Grund für eine PEG-Sonde ist, wird gleichzeitig eine Fundoplikation (Antirefluxoperation) durchgeführt. Die PEG-Sonde kann zwischen 3 und 12 Monaten verbleiben. Wenn möglich, sollte eine Sonde verwendet werden, die ohne Anästhesie wieder entfernt werden kann. Wenn unsicher ist, ob das Kind seine Ernährungsanforderungen selbst erfüllen kann (wie bei Schluckproblemen oder massivem Reflux), kann danach eine MicKey-Sonde gelegt werden.
  • Die Jejunalsonde:
    Die J-Sonde ist meist die zweite Wahl bei massivem Reflux oder anderen enteralen Problemen (verzögerte Magenentleerung, etc.) Einerseits kann das Kind nicht erbrechen, doch manchmal kann das sogenannte Dumping-Syndrom auftreten und zu Symptomen wie Schwitzen und Zusammenbrüchen nach dem Essen führen. Die J-Sonde wird durch eine Endoskopie und meist für längere Zeit gelegt. Das Entfernen kann schwierig sein und erfordert eine spezielle Vorgehensweise.

Wie entsteht die Sondendependenz?
Die Ernährungssonde, die anfangs als temporäre Maßnahme geplant ist und dem Kind helfen soll, unter extrem schwierigen Bedingungen zu gedeihen, ist zunächst hilfreich. Mit der Zeit jedoch werden Patienten von ihr abhängig und viele lernen nie zu essen und entwickeln verschiedene Essensverweigerungs- und vermeidungsmuster, die Kind und Familie mit traumatisierenden und finanziellen Belastungen zurücklassen.

Was versteht man unter Sondendependenz?
Sondendependenz ist das nicht beabsichtigte Resultat von Sondenernährung bei Kindern. Sie kann definiert werden als aktive Verweigerung des Essens und Trinkens, mangelnde Lernbereitschaft und mangelnde Fähigkeit und Motivation zu jedweden Vorstufen der Entwicklung von Essverhalten sowie Ess- und Trinkfähigkeiten nach einer Zeit der enteralen Ernährung. Oft auftretende Charakteristika sind offen gezeigtes Desinteresse, Vermeidung und aktive Verweigerung des Essens, Würgen, Erbrechen, Hypersensibilität, Heikelkeit, und anderes sich widersetzendes und aversives Verhalten. Sie kann die Lebensqualität des betroffenen Kindes in einem derartigen Ausmaß negativ beeinflussen, dass sie unüberwindbar wird und dass das Kind nicht einmal bei enteraler Ernährung gedeiht. Obwohl Sondenabhängigkeit ein gravierender Zustand ist, wird sie von vielen Kinderärzten nicht als Problem angesehen. Sondenabhängige Kinder werden als Kinder mit Fütterungsstörungen oder frühkindlichen Essverhaltensstörungen bezeichnet.

Was ist die Lösung für das Problem der Sondendependenz?
Eine Sondenentwöhnung ist die Lösung für Sondenabhängigkeit. Wenn das Kind den eigenen Speichel schlucken kann und kleine Schlückchen Wasser ohne Schwierigkeiten wie nach Luft zu ringen, Husten oder Würgen schlucken kann, ist die Chance groß, dass die Entwöhnung erfolgreich ist.

Was ist das richtige Alter für eine Sondenentwöhnung?
So früh wie möglich! Die Entwicklung des normalen Essverhaltens im frühkindlichen Alter dauert ab der Geburt 12-18 Monate. Das ist die normale Zeitspanne, die ein Baby für den Übergang vom Füttern mit Brust, Fläschchen oder Löffel zum selbstständig essenden Kleinkind braucht. Die meisten enteralen Sonden werden kurz nach der Geburt gelegt und sind bereits bald danach nicht mehr nötig oder begründet.

Fragen Sie das medizinische Team Ihres Kindes, ob Ihr Kind für unser Sondenentwöhnungsprogramm geeignet ist und kontaktieren Sie uns noch heute für mehr Informationen darüber, wie Sie unser Programm beginnen können.

Wie arbeiten wir bei NoTube?
NoTube ist eine Beratungsfirma, die ihre Anfänge in Österreich, in der Abteilung für Psychosomatik des Universitätsklinikums Graz hat. Hier erfahren Sie mehr über unsere Geschichte, unser Team, und unsere Programme. Unser Ziel ist letztendlich, die Anzahl an sondenabhängigen Kindern auf der ganzen Welt zu reduzieren.

Peter Scheer