7 Gründe, Ihr Kind von der Ernährungssonde zu befreien







8 Gründe, warum Eltern die Sondenernährung Ihrer Kinder fortsetzen







Die Auswahl eines Sondenentwöhnungsprogramms



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Sondenernährte Kinder weigern sich oft, Essen zu versuchen. Manche sondenernährte Kinder sollen auch überhaupt nichts oral zu sich nehmen, aber in vielen Fällen sollen die Bezugspersonen dem Kind während der Phase der enteralen Ernährung Kostproben anbieten und so den Geschmackssinn anregen. Dadurch soll später, wenn die Ernährungssonde nicht länger notwendig sein wird, die orale Ernährung einfacher werden. Oft erleben die Eltern aber bei Fütterversuchen Widerstand, manche Kinder reagieren sogar mit Angst.

Bei enteraler Ernährung geht das Interesse an Mahlzeiten verloren. Das Sondieren des Kindes und die dabei verabreichte Nahrungsmenge sowie die Sondierungszeiten werden vorgegeben. Manchmal verliert auch der Rest der Familie das Interesse am Essen. Sie befürchtet dann, dass ihr Kind eine orale Ernährung nie erleben wird, vor allem, wenn Sondenabhängigkeit eintritt.

Die meisten Kinder werden von anfang an enteral ernährt und lernen nie, zu essen.

Vor dem Beginn des Sondenentwöhnungsprogramms fragen sich Eltern besorgt, was ihr Kind nach der Entwöhnung essen wird. Diese Befürchtungen werden durch die Angst vor Gewichtsverlust verstärkt. Die Sorgen bezüglich dem Kauen und Schlucken kommen dazu. Sie wissen nicht, ob sie ihr Kind ernähren werden können. Zur Betreuung im Rahmen unseres Programms gehört auch, dass wir die Selbstsicherheit der Eltern stärken und sie beraten, sodass sie befähigt werden, ihr Kind beim Essenlernen zu unterstützen.

foodWelches Essen Sie Ihrem Kind geben können, hängt auch vom Alter Ihres Kindes und dessen Feinmotorik ab. Bei einem Kleinkind werden Sie eher auf selbst zubereiteten oder gekauften Babybrei zurückgreifen. Am praktischsten ist es aber, wenn Sie einfach etwas von der Mahlzeit, die Sie für die Familie gekocht haben, pürieren. Je nachdem, wie schnell sich Ihr Kind an die orale Ernährung gewöhnt, können Sie die Mahlzeiten nach und nach immer weniger fein pürieren.

Bieten Sie so früh wie möglich Fingerfood an (das geht sogar schon ab einem Alter von 6 Monaten). Auch Zwieback, Knabbergebäck auf Kartoffelbasis (wie z. B. POMBÄREN) oder anderes Fingerfood, das sich im Mund auflöst. Ihr Kind sollte in einer aufrechten Haltung sitzen und bei den Mahlzeiten eine Auswahl vor sich liegen haben. Anfangs wird Ihr Kind vielleicht nur mit dem Essen spielen und manchmal probieren wollen.

Das eigenständige Essen trägt zur Entwicklung der Feinmotorik bei. Sie können Ihr Kind dazu ermutigen, Essutensilien zur Hand zu nehmen, in dem Sie püriertes Essen oder Reisgerichte (wie Risotto) anbieten und dabei schon vorab etwas auf den Löffel geben, sodass Ihr Kind den vollen Löffel hat. Dabei wird sicher viel gekleckert, aber es macht großen Spaß! Wenn Sie nichts gegen das dabei entstehende Chaos haben, können Sie Ihr Kind auch mit Nudeln und Sauce spielen lassen, es wird Ihrem Kind gefallen (eine Plastikfolie unter dem Kindersessel wird Ihnen das Saubermachen danach erleichtern) und ist ein lustiges Motiv für Erinnerungsfotos.

Achten Sie darauf, dass Sie Nahrung mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, Farben und Festigkeitsgraden anbieten. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Kind einen individuellen Geschmack hat und eigene Lieblingsgeschmacksrichtungen. Wir haben schon Kinder erlebt, die bei mildem Hühnchen und Kartoffeln die Nase rümpften, nur um später dabei zuzusehen, wie sie sich auf Knoblauchsalami und Oliven stürzten. Scheuen Sie sich nicht davor, intensiv schmeckende Nahrung anzubieten.

Manche Kinder entwickeln einen gesunden Appetit und werden alles, was in ihrer Reichweite ist, essen; andere wiederum werden wählerisch sein. Als Experten sind wir der Ansicht, dass es vom Geschmack des Kindes und seinen Präferenzen bei der Konsistenz der Nahrung abhängt.

Viele Kinder bevorzugen stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Nudeln und Reis, die sie mit der nötigen Energie in Form von Kohlehydraten versorgen. Achten Sie aber bitte auch darauf, dass Ihr Kind genügend Proteine und Fette bekommt.

IMG_0049Proteine sind wertvolle Bausteine des Körpers und sind vor allem in Fleisch und Eiern enthalten. Ohne Fette kann der Körper die Vitamine A, D, E und K nicht richtig verwerten und auch bei der Zellbildung spielen Fette eine wichtige Rolle. Nahrungsmittel mit einem hohen Fettanteil erlauben es Kindern mit geringem Appetit, mehr Kalorien zu sich zu nehmen, bevor sie satt werden. In dieser Phase können Kinder frittiertes und sahnehaltiges Essen genießen, sowie Vollmilch, Butter und Eiscreme, denn so gelingt es ihnen, ihr Gewicht zu halten.

Wenn Ihr Kind dann älter und zunehmend selbstständiger wird, versuchen Sie, Ihr Kind dazu zu bringen, so oft wie möglich das Gleiche wie der Rest der Familie zu essen. Sie ermutigen dadurch Ihr Kind ohne Druck und Ihr Kind nimmt die Mahlzeit gemeinsam mit den anderen ein. So wird Ihr Leben einfacher und Sie müssen nicht jedes Mal etwas extra zubereiten. Binden Sie Ihr Kind in die Vorbereitung und das Kochen mit ein: beim Schälen, Waschen, Kartoffelstampfen oder Umrühren bekommt Ihr Kind Interesse daran, die Nahrung zu probieren und zu essen.

Als Bezugsperson entscheiden Sie, welche Nahrung Sie anbieten und wann Sie dies tun, Ihrem Kind muss aber freistehen, dieses Essen entweder anzunehmen oder abzulehnen. Es ist wichtig, dass immer etwas zum Essen griffbereit ist. So kann Ihr Kind lernen, die Zeichen für Appetit und Sättigung zu empfinden. Sie regen das Kind so dazu an, neue Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Langzeitig sollten Sie dem Drang widerstehen, Ihr Kind mit Essen zu belohnen oder das Kind dafür zu belohnen, dass es etwas isst. Unternehmen Sie stattdessen Aktivitäten, bei denen Ihr Kind Appetit entwickelt und gehen Sie mit gutem Beispiel voran, indem Sie selbst immer wieder zwischendurch etwas essen.

Diese Ratschläge gelten für alle Kinder, die essen lernen. Es gibt keine Einschränkung in Bezug darauf, was Ihr Kind nach der Entwöhnung essen darf. Wenn Sie sich für eines unserer Sondenentwöhnungsprogramme entscheiden, wird Ihnen unser Team an ÄrztInnen und TherapeutInnen auch nach der Entwöhnung mit Ratschlägen zur Seite stehen.

Samuel Scheer