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Im Herbst 2015 passierte in Srnas Leben wieder einmal ganz viel in ganz kurzer Zeit: Sie aß und trank. Sie reiste. Sie beging Ende November ihren dritten Geburtstag, war da schon ein Monat sondenfrei, musste aber die Party verschieben, weil wieder einmal eine Operation anstand. Und zwar die Entfernung eines Stents aus ihrer Speiseröhre und somit – toi, toi, toi – die planmäßig letzte Operation in einer schier unendlichen Serie an Eingriffen, die Srnas bisheriges Leben zu einer einzigartigen Geschichte voll Komplikationen, Tapferkeit, Vollnarkosen und Hilfsbereitschaft macht. Eine Heldinnengeschichte, die im November 2012 in Belgrad begann, und zwar damit, dass man bei Srna am Tag ihrer Geburt eine seltene Fehlbildung der Speiseröhre bei der ein Stück der Speiseröhre fehlt, genannt Ösophagusatresie, entdeckte.

Srna wurde damals umgehend operiert, wie noch so viele Male in den nächsten drei Jahren, von denen sie eines komplett im Spital verbrachte, davon sechs Monate auf der Intensivstation. Nicht alles lief nach Plan, mehrmals sprachen Mediziner von einer 50:50-Überlebenschance.

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Irgendwann konnten die Ärzte in Serbien Srna nicht mehr weiterhelfen, ihre Eltern erfuhren von teuren Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland, sammelten Spenden. Ihre Landsleute zeigten unglaubliche Hilfsbereitschaft und Srna wurde so etwas wie eine kleine Berühmtheit. Zwei Monate nach der Veröffentlichung des ersten Zeitungsartikels, die Srnas Geschichte berichtete, konnte sie in Mannheim operiert werden: Ihre Speiseröhre wurde so operiert, dass sie danach funktionierte.

Damit Srnas Speiseröhre sich nicht wieder verengt, muss sie diese benutzen. Srna, seit jeher sondenernährt, musste möglichst schnell zu essen und zu trinken lernen. Deshalb besuchte  Srna im Herbst 2015 die Esslernschule in Gnas. Das Team von NoTube lernte ein willensstarkes Mädchen kennen, das stets eine halbe Semmel wie ein Markenzeichen mit sich trug. Rasch fand sie jedoch genügend Sicherheit, um neue Schritte im Essenlernen zu machen: Sie begann – zuerst verdünnt, dann unverdünnt – ihre Sondennahrung zu trinken und versuchte auch feste Nahrungsmittel wie Pombären zu kosten und zu schlucken. Binnen weniger Tage konnte sie manches essen. Seit Ende Oktober ernährt sich Srna vollständig oral. Am meisten bevorzugt sie ihre Trinknahrung, sie erweitert ihr Nahrungsspektrum immer weiter und probiert Neues. Nun kann eine Manschette (stent) aus der Speiseröhre entfernt werden. Durch das Essen wird es gelingen, dass die Speiseröhre offen bleibt und hoffentlich weitere Operationen unnötig werden.

Christof Huemer