Wählen Sie das passendste Sondenentwöhnungsprogramm für Ihr Kind








7 Gründe, Ihr Kind von der Ernährungssonde zu befreien








8 Gründe, warum Eltern die Sondenernährung Ihrer Kinder fortsetzen




Abonnieren Sie Heute

Um unsere neuesten Artikel und eBooks direkt auf Ihren Posteingang zu erhalten



Die Zwerchfellhernie ist eine angeborene Fehlbildung, die gleich nach der Geburt operiert wird. Dieser Eingriff ähnelt einer Heldentat und besteht darin, die inneren Organe des Neugeborenen in seinem Bauch wieder an die richtige Stelle zu bringen und, das Zwerchfell wieder zu verschließen. Abgesehen vom lebensgefährlichen Zustand unmittelbar nach der Geburt, vom Lungenhochdruck, der noch einige Monate lang lebensbedrohlich sein kann, von den unterschiedlichen Atemschwierigkeiten, wird oft eine langfristige Problematik unterschätzt, die die Zwerchfellhernie mit sich bringt und die einem nicht sofort in dem Sinn kommt: die Essstörungen oder in einer noch heftigeren Form: die Sondenabhängigkeit. Wie kommt diese Sondenabhängigkeit zustande und wie kann man sie vermeiden?

  • Der Kampf ums Überleben: Die Zwerchfellhernie bleibt noch “harmlos”, solange das Baby im Bauch der Mutter liegt, es braucht seine Lungen noch nicht. Sobald es aber geboren ist, werden seine empfindlichen unreifen Lungen auf eine harte Probe gestellt, das Baby wird oft anhand schwerer Maßnahmen wiederbelebt, dies schließt eine hochdosierte Sedierung und eine künstliche Beatmung ein, die einige Tage dauern kann, damit die Lungen reifen und ihre Rolle selbständig übernehmen können. Die Priorität ist in diesem Moment das Überleben des Babys, es kann sich nicht oral ernähren. Die Sonde ist daher unvermeidlich, sei es eine Nasen-Magensonde oder direkt die Anlage einer PEG-Sonde, je nach angewendeten medizinischen Protokollen.
  • Die fehlende Nützung der Mundregion: das ist die direkte Konsequenz dieses stürmischen Anfangs. Wo ein ganz gesundes Baby auf den Bauch seiner Mutter gelegt wird, damit es den Weg zur nahrhaften Brust findet und nach einigen Minuten oder Stunden den Trost des ersten Stillens oder der ersten Flasche in den Armen seiner Mutter kennen lernt, hat ein Baby mit einer Zwerchfellhernie diese Möglichkeit dieser Erfahrung einfach aus medizinischen Gründen nicht.  Das Baby verliert dadurch manchmal sogar seinen Saugreflex.
  • Die invasiven Behandlungen und die traumatisierenden Erfahrungen: nicht nur kann es der Mundregion an Stimulation fehlen, sondern es kann auch die Wiederholung von invasiven, notwendigen Behandlungen  (Intubation, Aspiration…) einen traumatisierenden Effekt beim Baby auslösen, das dann die orale  Region mit unangenehmen Erfahrungen verbindet.

  • Die medizinische Labilität: Die frühe und komplexe medizinische Geschichte des Säuglings steht oft im Zusammenhang mit langfristigen Schwierigkeiten wie chronischen Erkrankungen, vor allem im Winter. Es gibt auch ein Risiko eines Rezidivs der Zwerchfellhernie. Diese Kinder benötigen oft viele Krankenhausaufenthalte. Jeder weiß, dass Kinder mit einer Infektion, und sei es nur eine einfache Erkältung, weniger Appetit haben und, dass man oft List anwenden muss, um sie zu füttern. Es ist dasselbe bei Kindern mit einer Zwerchfellhernie, ganz zu schweigen von den Nebenwirkungen der Sonde, die während einer Infektion das Erbrechen noch verschlimmern.
  • Der Stress mit der  Gewichtszunahme und den Nebenwirkungen: hauptsächlich aufgrund der wiederholten Infektionen und des geringen Geburtgewichts haben die Kinder mit Zwerchfellhernie oft Schwierigkeiten den standardisierten Gewichtskurven zu folgen. Die Sonde ermöglicht es, sowohl die medizinischen Teams als die Eltern zu beruhigen und zu alle zu vergewissern – zumindest auf dem Papier – dass die Kinder ausreichend ernährt werden. Die Versuchung ist dann aber groß, die Zufuhr regelmässig zu erhöhen, um die zu niedrige Gewichtszunahme zu kompensieren. Nur die Zahlen zählen. Man kommt dann in einen Teufelskreis hinein, in dem die Kinder sehr oft an Begleiterscheinungen der Sondenernährung leiden, die sich auf das Leben der ganzen Familien auswirkt (Erbrechen, Husten, Würgen…). Unter diesen Bedingungen scheint es also schwer für das Kind, eine heitere Beziehung zu seinem Mund aufzubauen und die Lust zu entwickeln, ihn zu erforschen.
  • Die psychologische Abhängigkeit der Eltern: diese ständige Beziehung zu den Zahlen lässt die Eltern ihren Instinkt “abschalten”, sie lernen vor allem, sich auf die Milliliter, die Uhr, die Geschwindigkeit der Pumpe, die Kalorienanzahl, die Anzeigeder Waage zu verlassen… Die Eltern sind mit der Geburt des kranken Kindes auf eine harte Probe gestellt worden und sie tun sich manchmal schwer, wieder an ihren Instinkt und ihren gesunden Menschenverstand anzuknüpfen. Sie haben das Leben ihres Babys hochspezialisierten Teams anvertraut, haben selber medizinische Versorgung erlernen müssen (zum Beispiel absaugen, Inhalationen vorbereiten, eine nasogastrale Sonde wechseln…) und manchmal vergessen sie einfach, Eltern statt Krankenpfleger zu sein. Sein Kind plappern lassen, mit ihm mit dem Essen Spaß zu haben, gehört nicht zu den Prioritäten.
  • Die Charakterstärke: ist es ein Mythos oder haben die Kinder mit einer komplexen medizinischen Geschichte wirklich einen starken Willen? Man kann davon ausgehen,, wenn man sich die Schwierigkeiten anschaut, die sie von Geburt an bewältigen müssen. Die Ausdauer und die Entschlossenheit sind sicherlich ein Teil von ihnen und man kann sich dann leicht vorstellen, dass es leicht leicht fällt, sie zu füttern, wenn sie das Bedürfnis danach nicht empfinden, der Trick “einen Löffel für Papa, einen Löffel für Mama” reicht nicht aus, um sie zu überzeugen, den Mund aufzumachen.
  • Die reduzierte soziale Integration: je älter das Kind älter, umso schwieriger wird es, es von der Sonde zu befreien. Einerseits weil die psychologische Abhängigkeit stärker wird (die Sonde gehört fest zu ihm) und andererseits, weil er aufgrund seiner medizinischen Labilität sehr oft aus den Gemeinschaften (Kindergarten/Schule…) ausgeschlossen wird, um das Risiko einer Infektion zu vermeiden. Somit wird die Rolle der Nachahmung im Esslernprozess ausgelassen: das Kind kann Kinder seines Alters beim Essen nicht beobachten, es versucht daher nicht, diese nachzuahmen.


Hier spielt Camille mit Essen und zeigt deutlich, dass sie die orale Nahrung nicht braucht, weil sie durch die Sonde ernährt wird.

Was kann man also tun, damit ein Kind mit einer Zwerchfellhernie keine Sondenabhängigkeit entwickelt, obwohl alles in diese Richtung zu gehen scheint? Wahrscheinlich soll man so früh wie möglich Vorbeugungsmaßnahmen einsetzen, indem die Oralität so gut wie möglich stimuliert wird unter gleichzeitiger Berücksichtigung seiner Schwierigkeiten und der Sondenernährung. wobei seine Schwierigkeiten sollen betrachtet werden und auf die Rolle und die Wichtigkeit der Sonde soll aufgepasst werden. Man sollte auch seine spezifische Besonderheit betrachten, ihm keine unrealistischen Ziele setzen und eine Sondenentwöhnung mit Begleitung eines spezialisierten Teams erwägen, sobald die Sonde aus medizinischer Sicht nicht mehr erforderlich ist.

Aurélie Charrière