Das ist Margarethe!

Sondenfrei seit 2017
Das ist Margarethe!
Ohne Sonde!

Margarethe aus Deutschland wurde mit einer Gaumenspalte geboren, was eine Ernährung mittels nasogastraler Sonde erforderlich machte. Alle Entwöhnungsversuche verliefen erfolglos, sodass sich Margarethes Eltern entschlossen, mit ihr und ihrem großen Bruder im März 2017 nach Österreich zu unserer Esslernschule zu reisen. Zu diesem Zeitpunkt war Margarethe vier Monate alt, sie erlernte das Trinken und machte ihre ersten Erfahrungen mit Beikost. Die Sonde wurde in Graz gelassen, Margarethe braucht sie nicht mehr!

From the parents

Hallo liebes NoTube-Team,

na, habt ihr mich gleich erkannt? Ich bin es, meine Margarethe. Im März und April habe ich euch doch mit meinen Eltern und meinem aufgedrehten Bruder besucht, um ein bisschen besser zu verstehen, was die Erwachsenen immer mit ihrem Essen wollen. Ihr habt gleich erkannt, dass ich eine kleine “Individualistin” bin. Da hattet ihr recht und ich bin es auch immer noch. Ich höre aber auch ganz oft “du bist so süß” und glaube, dass das was Gutes bedeutet.

Inzwischen ist viel passiert und ich wollte euch schon lange mal etwas schicken, um mich für eure Hilfe und die beiden tollen Wochen in Graz zu bedanken. Natürlich solltet ihr aber auch erfahren, wie es meiner Familie so geht und, was wir in der Zeit getrieben haben. Nach meiner OP in Frankfurt habe ich mich eigentlich ganz schnell wieder wohl gefühlt und schon vier Wochen später, als ich noch mal dorthin musste, sogar meine Ärztin wieder angelacht. Da hat sie ganz schön Glück gehabt, dass ich nicht nachtragend bin. Ich mache mir das Leben lieber leicht und meckere nicht so gerne rum. Viel schöner ist es doch zu lächeln und dafür auch angelächelt zu werden. So mache ich das auch mit meiner Familie, dann können die mir gar nicht böse sein, wenn ich mal nicht so will wie die. Nach wie vor liebe ich es, gut zu schlafen und dann gut gelaunt aus dem Bett geholt zu werden. Ich freue mich dann immer riesig, wenn wir alle vier zusammen im großen Bett spielen und mein Bruder Quatsch mit mir macht. Meinem Papa ziehe ich dabei immer mal an den Haaren, damit er auch ja merkt, dass ich jetzt da bin und nicht wieder einschläft. Wenn ich Lust habe und den beiden mal eine ganz große Freude machen will, plappere ich auch mal “Mamama” und “Papapa”. Ich finde ja, dass klingt irgendwie komisch aber die zwei lachen immer wieder. Das Breiessen liegt mir seit einigen Wochen nicht so am Herzen, stattdessen trinke ich vier mal täglich mein mit Infantrini und BiCal Pulver angereichertes Habermann-Fläschen leer (ich komme einfach nicht los von dem Ding) und sitze möglichst bei jeder Mahlzeit mit allen am großen Tisch und lutsche und kaue (mit meinem ersten, super spitzen Zähnchen) auf allem rum, was man mir in die Hände drückt. Am allerliebsten jedoch mag ich diese grünen rutschigen Dinger, ich glaube sie heißen Gurken. Ich war mittlerweile auch schon an der Ostsee und bin kopfüber in den Sand gebollert, das war vielleicht lustig, da hab ich ja was gelacht. Es ist echt schön nicht mehr dieses komische “Schläuchle” in der Nase zu haben, wozu war das noch gleich gut?! Ich wiege jetzt bereits 7800g und bin darauf mächtig stolz. Meine Mama und mein Papa wollten sich auch einmal von ganzem Herzen bei euch bedanken. Was wäre nur aus uns geworden, wenn ihr nicht gewesen wärt. Mein Leben wäre eine Quälerei geblieben und so… ist der Himmel auf Erden, ganz ehrlich. Tausend Dank für alles. Wir hoffen, ihr freut euch über die leckeren Spezialitäten aus Thüringen und, dass ihr noch vielen anderen Kindern und deren Familien zu einem “normalen” Leben verhelfen könnt, so wie ihr es bei mir getan habt.

In ewiger Dankbarkeit

Eure Margarethe + Mama, Papa und Friedrich